Der kleine Neoprenratgeber

"Im geschäumten Neopren sind viele kleine Gasbläschen gleichmäßig verteilt, wodurch es hervorragende thermische Isoliereigenschaften besitzt. Für die Verwendung von Sportbekleidung wird Neopren in verschiedenen Stärken entsprechend der gewünschten Wärmeisolierung hergestellt. Dickeres Material isoliert besser, ist aber auch weniger dehnbar und hat einen höheren Auftrieb. Bei der Herstellung von Neopren-Kleidung wird das Material auf Stoß miteinander verklebt.

Ein Neoprenanzug schützt Wellenreiter und andere Wassersportler vor Auskühlung und Sonnenstrahlung. Da Wasser in Verbindung mit Wind dem Körper durch Verdunstung Wärme entzieht, ist es auch bei Temperaturen über 20 °C sinnvoll, sich durch Surfkleidung vor Unterkühlung zu schützen.

Surfanzüge halten den Körper zwar nicht trocken, jedoch behindern sie den direkten Wasseraustausch. Das Wasser, das zwischen Neopren und Körper im Anzug steht, wird vom Körper gewärmt und dient als zusätzliche Wärmeisolierung. Auf Grund dieses Prinzips spricht man daher auch von einem Semi-Trockenanzug, Halbtrockenanzug oder auch Semidry-Anzug. Trockenanzüge hingegen verhindern das Eindringen von Wasser und können daher auch über normaler Bekleidung getragen werden."

(Originaltext siehe unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Chloropren-Kautschuk / Text-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)
 

Neoprenanzüge für Surfer und Windsurfer werden in unterschiedlichen Stärken von 2 bis 6 mm hergestellt und bestehen in der Regel am Body, den Beinen und den Armen aus unterschiedlich dicken Materialien. So sind Neos meist an Armen und Beinen etwas dünner als am Body. Hersteller geben die Stärke ihres Neoprenanzuges z.B. in 3/2 an, d.h. 3 mm Neoprendicke am Rumpf und 2 mm an Armen und Beinen. Weitere gängige Bezeichnungen sind 4/3 (Body 4 mm, Arme 3 mm), 5/4/3 (z.B. Body 5 mm, Beine 4 mm, Arme 3 mm) und 6/5/4 (z.B. Body 6 mm, Beine 5 mm, Arme 4 mm). Zudem unterscheidet man zwischen kaschierten Neoprenanzügen wie den Ascan Wave (die Innen- und Aussenseite des Anzugs sind mit einer Textilkaschierung versehen) und Glatthautanzügen (nur die Innenseite ist kaschiert). Glatthautneoprenanzüge sind wärmer als kaschierte Anzüge, dafür aber nicht so robust wie (doppelt) kaschiertes Material. Auch Kombinationen zwischen beiden Modellen sind möglich, oft mit kaschierten Armen und Beinen und einem Body aus Glatthautneopren (wie z.B. der Ascan Shorty).

Damit Neopren seine wärmeisolierenden Eigenschaften voll entfalten kann, ist neben der Dicke (je dicker desto wärmer) natürlich auch die Passform und die Funktionalität sehr wichtig. Der Neoprenanzug kann noch so gut nach aussen isoliert sein, wenn viel kaltes Wasser in den Anzug eindringen kann, nützt die beste Isolierung nichts. Daher muss ein Neoprenanzug möglichst eng anliegen, damit nur wenig Wasser eindringen kann, welches dann durch die Körpertemperatur erwärmt wird. Zusätzlich sollten die Nähte wasserdicht sein (Blindstich vernäht und geklebt), der Reissverschluss sollte von innen mit einer Dichtung abgedeckt sein und die Abschlüsse an Armen, Beinen und Hals müssen gut sitzen. Wir können nur empfehlen, einen neuen Neoprenanzug im Shop anzuprobieren oder im Webshop zwei unterschiedliche Größen zu bestellen und den nicht passenden Anzug zurückzuschicken (Hin- und Rückversand ist bei uns kostenlos).


Infografik mit freundlicher Genehmigung von beyondsurfing.com

Die Temperaturbereiche der verschiedenen Anzugstypen zu beschreiben, ist nicht ganz einfach, da das Kälteempfinden jedes Einzelnen sehr unterschiedlich ist. Die nachfolgende Tabelle gibt euch einen kleinen Anhaltspunkt.
 

Wassertemperatur über 25°C = Boardshorts und Lycra

Wassertemperatur 22 - 25°C = Shorty

Wassertemperatur 17 - 22°C = 4/3 Kurzarmsteamer

Wassertemperatur 10 - 17°C = 5/4 Langarmsteamer mit Schuhe und Kopfhaube

Wassertemperatur unter 10°C = 6/5/4 Langarmsteamer mit Neoshirt, Schuhe und Kopfhaube
 

Der meistgetragene Neoprenanzug an kalten und kühlen Tagen ist der Semitrockenanzug oder Langarmsteamer. Wie der Name schon sagt, hat man hier lange Arme und Beine. Mit einer Materialstärke von 3 bis 6 mm ist er der ideale Anzug für Frühjahr und Herbst bis teilweise sogar in den Winter, je nachdem wie aufwendig er abgedichtet ist. Der nutzbare Wassertemperaturbereich liegt je nach Modell etwa zwischen 6°C (6mm) und 20°C (3mm). Um den Temperaturbereich zu erweitern, kann man zusätzlich noch ein Neoprenshirt unterziehen.

Bei dem Kurzarmsteamer mit kurzem Arm und langem Bein und einer Materialdicke von 2 bis 5 mm liegt der Einsatzbereich bei Wassertemperaturen von etwa 17°C bis 22°C. Der wohl meistgetragene Neoprenanzug im deutschen Sommer. Auch hier hilft ein zusätzliches Neoprenshirt unter dem Anzug um den Temperaturbereich zu erweitern.

Steigen die Wassertemperaturen auf über 22°C, kommt der Shorty zum Einsatz. Mit kurzem Arm und Bein und einer Materialdicke von etwa 2 mm ist er der ideale Anzug mit viel Bewegungsfreiheit für die wirklich warmen Tage. Klettert das (Wasser) Thermometer dann auf über 25°C, hilft nur noch die Boardshort mit oder ohne Lycrashirt. Lycra schützt auch vor übermäßiger Sonneneinstrahlung.

Ab etwa 15°C Wassertemperatur sollte man zusätzlich Neoprenschuhe tragen, um das Auskühlen des Körpers über die Füße zu verhindern. Die feste Sohle schützt gleichzeitig vor Verletzungen durch scharfkantigen Untergrund. Surfschuhe gibt es in Stärken von etwa 2 mm (Sommer) bis zu 7 mm (Winter).

Neoprenhandschuhe und -hauben kommen erst ab ca. 10°C Wassertemperatur zum Einsatz. Sie werden in Materialstärken von 2-4 mm hergestellt.

PS: Mehr Informationen über Neoprenanzüge findet ihr auch unter https://www.beyondsurfing.com/neoprenanzuege.


Infografik mit freundlicher Genehmigung von beyondsurfing.com